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Champignol wider Willen – Herbert Fritsch dreht an der Berliner Schaubühne mit Georges Feydeaus Verwechslungskomödie ganz groß auf
Die klassische Kunst steht Kopf, nicht nur im Haus des Malers Champignol, wo im Schlafzimmer eine gedrehte Botticelli-Venus wie ein Gemälde von Georg Baselitz an der Rückwand steht, auch Herbert Fritsch lässt seine Figuren gern mal Kopf stehen, plündert und verzerrt die Kunstgeschichte in Still und Bewegtbild, wie es ihm beliebt, und neigt dabei oft zur grenzenlosen Übertreibung. Was bei ihm einem anarchischen Schabernack gleichkommt, haben sich andere Künstler zum Stilmittel erkoren. Wie auch der kolumbianische Maler und Bildhauer Fernando Botero, den Fritsch nach der Pause bildlich zitiert. Boteros Figuren mit vollkommen überzeichneten Körperproportionen kritisieren die Deformation der bürgerlichen Gesellschaft, womit wir wieder bei Herbert Fritschs neuem Theaterabend an der Berliner Schaubühne sind, für den er sich die französische Vaudeville-Komödie Champignol wider Willen von Georges Feydeau (1862-1921), dem komödiantischen Überzeichner und Dekonstrukteur des neuen Bürgertums und dessen Doppelmoral, ausgesucht hat. Mit Deformation, Klamauk und gnadenloser Überzeichnung arbeitet auch Herbert Fritsch, der mit Feydeaus frühem, ziemlich absurdem Theaterstück an seinen alten Volksbühnen-Hit Die spanische Fliege anknüpfen will.
Zunächst gelingt ihm das im ersten Teil des Abends auch recht gut. Der Plot ist eine klassische Verwechslungskomödie. Der Pariser Lebemann Saint-Florimond (Bastian Reiber) versucht in Abwesenheit des Malers Champignol (Florian Anderer) dessen Frau Angèle (Ursina Lardi) zu einer Affäre zu drängen. Diese geht gelangweilt erst darauf ein, will den ungebetenen Verehrer dann aber schnellstens wieder loswerden. Da die beiden beim Tête-à-Tête vom neuen Dienstmädchen (Carol Schuler) gesehen werden und die Verwandtschaft Camel mit Onkel und frisch vermählter Nichte nebst Gatten (Werner Eng, Fine Sendel, Damir Avdic) unverhofft auftaucht, spielt Saint-Florimond wider Willen den Ehemann Champignol, was schließlich so weit geht, dass er um nicht aufzufliegen, für den zu einer Reservistenübung eingezogenen Champignol in die Kaserne einrücken muss.
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Als Champignol dann doch noch bei der Truppe auftaucht, entspinnt sich aus der absurden Situation zweier Champignols die allerschönste Verwirrnis. Absurdität, Dummheit und Größenwahn wechseln hier im Minutentakt. Der falsche Maestro Champignol performt ein abstraktes Actionpainting und faselt „Eigentlich komme ich vom Tanz.“ Das ist für Fritsch natürlich nicht nur gewöhnlicher Boulevard, sondern Anlass für übersteigerten Klamauk und jede Menge Körperslapstick. Das klassische Türauf, Türzu geht hier eher treppauf, treppab. Für die schnellen Auftritte und Abgänge wird eine in den Boden eingelassene Doppeltreppe genutzt. Die wie immer grell-bunt kostümierten DarstellerInnen springen aber auch hinter einem übergroßen Plüschsofa oder dem Gemälde hervor.
Die Wände der von Fritsch selbstgestalteten Kastenbühne sind zünftig für eine Militärklamotte mit Camouflagemuster versehen. Ein Tarnzelt dient als Unterkunft und Arrestzelle. Auch die Reservistentruppe (Bernardo Arias Porras, Nina Bruns, Maximilian Diehle, Robert Knorr, Teresa Annina Korfmacher, Sarah Schmidt) hopst und zappelt sich im wahrsten Sinne des Wortes zur Live-Musik von Ingo Günther, Taiko Saito und Fabrizio Tentoni in grünen Tarnanzügen und von völlig überzeichneten Vorgesetzten-Karikaturen gescheucht durchs Gelände. Allen voran Axel Wandtke als Capitaine Camaret gefolgt von nicht weniger grotesken Typen wie Commandant Fourrageot (Stefan Staudinger), Adjudant Ledoux (Robert Beyer), Sergent Belouette (Vito Sack) und Carol Schuler als herrlich grenzdebilem Caporal Grosbon mit doppeltem Sprachfehler. Die penibel eingehaltene Befehlskette wird durch den Aufritt des zweiten Champignol empfindlich gestört, was sich in mehreren Tagen Arrest und einem Haarschnitt-Running-Gag manifestiert.
Bei diesem „Exerzitium“ (statt Exerzieren) der Zoten, Kalauer und verbogenen Körpersprache stand nicht nur der Komiker Louis de Funès Pate, sondern mindestens noch Dick und Doof beim Militär. Die Väter und Mütter der Klamotte tänzeln hier vor der Pause vielleicht ein paar Minütchen zu viel, das aber mit allergrößter Präzision zum Spaß des Publikums über die Bühne, bis sich nach der Pause alles im großen Salon des Capitaines Camaret zum Ball trifft. Ein Kronleuchter bricht durch die Decke Auf einer riesigen Stehleiter versuchen ihn der kleine Robert Beyer als Diener und der lange Maximilian Diehle als Ordonanz akrobatisch zu putzen. Taiko Saito gibt dazu ein fulminantes Xylophonsolo bevor sich das Verwechslungs-Karussell nun mit dem Liebespaar Adrienne (Iris Becher), Tochter des Capitains, und dessen Neffen Célestin (Bernardo Arias Porras) sowie dem von Camaret ausgesuchten Schwiegersohn Saint-Florimond weiterdreht.
Darstellerisch und technisch ist das allerfeinste Fritscharbeit. Vielleicht ein wenig zu viel des Guten. Nicht jeder Nebenstrang ist gleichbleibend witzig erzählt, nicht jeder Gag zündet und einiges wiederholt sich dann doch ein einmal zu oft. Die wirklich anarchisch-dadaistische Wucht der früheren Fritsch-Abende erreicht der Meister auch mit diesem dritten Schaubühnenabend nicht. Der lustigen Farce fehlt es etwas an entlarvender Frechheit. Dafür entschädigen die durchweg großartigen DarstellerInnen des Fritsch-Universums. Und auch die Mitglieder des Schaubühnenensembles sowie die mitwirkenden Schauspielstudierenden der UdK beweisen hier großes komödiantisches Talent.
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Champignol wider Willen
von Georges Feydeau
Aus dem Französischen von Friedrich Karl Wittich
Regie und Bühne: Herbert Fritsch
Kostüme: Victoria Behr
Musikalische Leitung: Ingo Günther
Dramaturgie: Bettina Ehrlich
Licht: Erich Schneider
Besetzung:
Saint-Florimond: Bastian Reiber
Champignol: Florian Anderer
Angèle, seine Frau: Ursina Lardi
Camel, ihr Onkel: Werner Eng
Mauricette, seine Tochter: Fine Sendel
Singleton, deren Mann: Damir Avdic
Camaret, Capitaine: Axel Wandtke
Adrienne, seine Tochter: Iris Becher
Célestin, sein Neffe: Bernardo Arias Porras
Charlotte, Dienstmädchen bei Champignol: Carol Schuler
Joseph, Diener bei Champignol / Jérôme, Diener bei Rivolet: Robert Beyer
Fourrageot, Commandant: Stefan Staudinger
Ledoux, Adjudant: Robert Beyer
Belouette, Sergent: Vito Sack
Grosbon, Caporal: Carol Schuler
Deneuve, Reservist: Bernardo Arias Porras
Delon, Reservist: Nina Bruns
Prinz von Valance, Reservist: Maximilian Diehle
Depardieu, Reservist: Robert Knorr
Schneider, Reservist: Teresa Annina Korfmacher
Bardot, Reservist: Sarah Schmidt
Ein Gendarm: Stefan Staudinger
Musiker_innen: Ingo Günther, Taiko Saito, Fabrizio Tentoni
In Kooperation mit der Universität der Künste Berlin.
Die Premiere war am 24. Oktober 2018 in der Schaubühne am Lehniner Platz
Dauer: ca. 165 Minuten (inklusive Pause)
Termine: 29., 30., 31.10. / 03., 04., 05.12.2018
Infos: https://www.schaubuehne.de/
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Zuerst erschienen am 26.10.2018 auf Kultura-Extra.
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Die Wiederholung – Milo Rau zeigt den ersten Teil seiner Reihe „Histoire(s) du théâtre“, eine Art Metatheater nach seinem Genter Manifest bei dem sich das Medium spielerisch selbst hinterfragt
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Milo Rau, der bekannte Schweizer Dokumentartheatermacher, ist ein Meister des Reenactment realer Begebenheiten und ein Regisseur, der in seinen Theaterstücken neben dem Einflechten biografischer Erzählungen von den mitwirkenden Schauspielprofis und gecasteten Laien immer wieder auch die Kunstform Theater selbst hinterfragt. So nun auch in seinem neuesten Stück mit dem NTGent. Die Wiederholung (La Reprise) wurde im Mai d.J. beim Kunstenfestivaldesarts in Brüssel uraufgeführt. Milo Rau und sein Team touren seitdem damit durch Europa.
Rau hat mit seinem International Institute of Political Murder (IIPM) ein Manifest für das Stadttheater der Zukunft aufgelegt, mit dem er seine zukünftige Theaterarbeit als Intendant des NTGent bestimmten Regeln unterwirft. Wenn man so will eine Art Dogma für das Theater. Im Grunde genommen will er aber mit diesen Regeln die Grenzen des etablierten Stadttheaters sprengen, es international für neue Formen und Räume öffnen. Im Manifest finden sich daher solche Ansprüche wie: „Nicht die Darstellung des Realen ist das Ziel, sondern dass die Darstellung selbst real wird.“ Oder: „Theater ist kein Produkt, es ist ein Produktionsvorgang. Recherche, Castings, Proben und damit verbundene Debatten müssen öffentlich zugänglich sein.“ Andere Positionen klingen dagegen eher wie eine selbstauferlegt Quote. Etwa, dass mindestens zwei Sprachen auf der Bühne gesprochen werden müssen oder mindestens zwei Darsteller keine professionellen Schauspieler sein dürfen. Wohl am meistens diskutiert wurde bisher aber Raus Diktum: „Mindestens eine Produktion pro Saison muss in einem Krisen- oder Kriegsgebiet ohne kulturelle Infrastruktur geprobt oder aufgeführt werden.“ Mindestens da dürften sich die Geister der zeitgenössischen Theaterkunst wohl scheiden.
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Inwieweit Milo Raus Regeln in sein neues Stück eingeflossen sind, kann man nun an der Berliner Schaubühne begutachten, wo Die Wiederholung am vergangenen Samstag zur Spielzeiteröffnung Deutschland-Premiere feierte. Und zumindest geht es da recht international zu. Neben flämisch wird auch französisch auf der Bühne gesprochen, was für das mehrsprachige Belgien nicht unüblich ist. Die wahre Begebenheit, mit der sich Rau und sein Ensemble beschäftigen, spielt in Lüttich, ehemaliges Zentrum der Schwerindustrie und kulturelles Zentrum der wallonischen Region Belgiens. Die Stadt ist geprägt durch Arbeitszuwanderung v.a. aus Italien und Nordafrika. Nach dem Niedergang des Kohlebergbaus und der Stahlindustrie kam es zur finanziellen Krise und einem überdurchschnittlichen Anstieg die Arbeitslosigkeit. Aus Lüttich stammt nicht nur der Schriftsteller Georges Simenon. Hier spielen auch einige der sozialrealistischen und -kritischen Filme der Regie-Brüder Dardenne.
All das erfährt das Publikum im Laufe des Abends, der sich ansonsten um die Rekonstruktion und Möglichkeit der theatralen Darstellung eines unfassbaren Verbrechens, dem brutalen Mord an dem jungen Ihsane Jarfi dreht. „In einer Nacht im April 2012 spricht Ihsane Jarfi an einer Straßenecke von Liège vor einer Schwulenbar mit einer Gruppe junger Männer in einem grauen VW Polo. Zwei Wochen später findet man ihn tot am Rand eines Waldes in der Umgebung. Er wurde stundenlang gefoltert und brutal ermordet.“ heißt es kurz im Einführungstext der Schaubühne. Die Mörder stammen aus Lüttich. Sie wurden später zu lebenslanger Haft verurteilt. Wenig ist über die Motive der Täter bekannt. Noch weniger kann man sich den genauen Hergang der Tat überhaupt vorstellen. Die Rechercheleistung bestand nun zunächst in der Verfolgung des Prozesses, in dem der Hergang der Tat detailliert juristisch aufgearbeitet wurde. Aber das Unfassbare bringen einem die Aussagen von Tätern, Mutter und Freund des Ermordeten auch nicht unbedingt näher. Einiges davon erzählt der Schauspieler Sébastien Foucault, der jeden Tag zur Verhandlung gegangen ist.
Eingangs bekommen wir aber vom belgischen Bühnenstar Johan Leysen eine Einführung in die Schauspielkunst, vom Vergleich des Lieferns einer Pizza bis zur Darstellung des Geistes von Hamlets Vater mit viel Bühnennebel und Textdeklamation. Die Kunst der Illusion und Verwandlung als das Nonplusultra des Theaters und Gegensatz dessen, was Rau eigentlich mit seiner Arbeit erreichen will. Ansonsten wird viel nachgestellt an diesem Abend. Die Kunst der Wiederholung mit vorgedrehten Videoszenen und einem nachgestellten Casting, bei dem die drei Profis Sara De Bosschere, Sébastien Foucault und Johan Leysen den Laiendarstellern Tipps geben und bohrende Fragen über deren Motive, Theater zu spielen, stellen. Tom Adjibi, der bisher stets nach Aussehen (auch bei den Dardennes) als Araber besetzt wurde, Suzy Cocco, italienischer Abstammung, Rentnerin und Hundesitterin, die gefragt wird, ob sie auch nackt auftreten würde, und Fabian Leenders, ehemals Maurer, Gabelstaplerfahrer und arbeitslos, der nun als DJ und Komparse auftritt und viele zufällige Parallelen zu einem der Täter bei sich entdeckt hat. Sie alle fügen sich mit ihren Geschichten in ein soziales Gesamtbild der Gesellschaft wie zur Beglaubigung ihrer Rollen.
Um den Zufall geht es aber auch bei Milo Rau. Waren etwa Opfer und Täter nur zur falschen Zeit am falschen Ort? Alle kamen sie von Geburtstagsfeiern, die sie spontan verließen. Da bekommt das Ganze die Ausmaße eines antiken griechischen Dramas, nach dessen Regeln Rau sein Stück auch wieder in fünf Akte mit entsprechenden Titeln eingeteilt hat. Diese Kapitel heißen etwa „Die Banalität des Bösen“ nach Hanna Arendts Buch über den Eichmann-Prozess, oder „Die Anatomie des Verbrechens“, was das Geschehen in die Nähe einer Krimi-Dramaturgie rückt. Und so spielen die Beteiligten nicht nur die dröge Geburtstagsfeier der Täter nach, sondern stellen auch dezidiert die Mordszene nach mit echtem Automobil, Regen und Misshandlung des Opfers.
Tote reden nicht, aber sie können uns hören, heißt es einmal sinngemäß an diesem Abend. Das könnte von Heiner Müller stammen, für den die Toten immer wieder zu uns zurück ins Licht drängen, als wollten sie damit die Stille des allgemeinen Schweigens stören. Wie ließe sich heute Empathie oder auch die gute alte Katharsis beim Publikum erreichen, bevor die Toten im 6. Akt zur Verbeugung wieder lebendig werden? Der Opferdarsteller Tom Adjibi versucht es mit dem Strick um den Hals und einer von Autor Wajdi Mouawad aufgestellten These, bevor das Licht ausgeht und dem Schweigen ein Ende macht. Wer will, kann hier Parallelen auch nach Deutschland ziehen, wo die Gewaltbereitschaft gegen Minderheiten und v.a. gegen Ausländer längst ein neues Level erreicht hat. Inwieweit es da auch eines neuen Levels der Schauspielkunst bedarf, darüber lässt sich nach diesem Abend, der doch etwas zu selbstgewiss nach selbst gewähltem Strickmuster verfährt, sicher weiter streiten.
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Die Wiederholung (Schaubühne, 01.09.2018)
von Milo Rau & Ensemble
Konzept und Regie: Milo Rau
Bühne und Kostüme: Anton Lukas
Video: Maxime Jennes, Dimitri Petrovic
Recherche und Dramaturgie: Eva-Maria Bertschy
Dramaturgische Mitarbeit: Carmen Hornbostel, Stefan Bläske
Licht: Jürgen Kolb
Sounddesign: Jens Baudisch
Kamera: Maxime Jennes, Moritz von Dungern
Produktion: Mascha Euchner-Martinez, Eva-Karen Tittmann
Deutschlandpremiere war am 01.09.2018 in der Schaubühne am Lehniner Platz
Dauer: ca. 105 Minuten
Mit: Tom Adjibi, Sara De Bosschere, Suzy Cocco, Sébastien Foucault, Fabian Leenders, Johan Leysen
Termine: 02., 03., 04.09.2018
Infos: https://www.schaubuehne.de/
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Zuerst erschienen am 03.09.2018 auf Kultura-Extra.
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„Was heißt es, die Revolution herbeizusehnen, sie zu vermissen und zu begehren – nach der Revolution? Und was bedeutet es, angesichts der Unmöglichkeit, diesen Wunsch zu erfüllen, traurig und niedergeschlagen zu sein, vielleicht sogar resigniert und antriebslos?“ So beschreibt die politische Autorin Bini Adamczak die postrevolutionäre Depression (PRD) in ihren 2017 erschienen Buch 