Für Werner Schroeter war der Mensch und der Körper immer Thema, ob im Leben oder im Tod, das gehört immer dazu, da hat er sicher keinen Unterschied gemacht. Ich hoffe nur, das es zumindest den Kritikern leid tut, die in seiner letzten Inszenierung in der Volksbühne vorgezogen haben zu schlafen, eine nächste Chance ihn zu erleben wird es nicht mehr geben. Aber leider ist das wie mit der verschütteten Milch. Da er nun nicht mehr da ist, wird es ihm nicht mehr gerecht werden. Man kann von Quai West keinen großen Abend erwarten und schon gar keine Opulenz und Wahnsinn wie in Malina, das gibt das Stück ja gar nicht her.
In einem seiner letzten Interviews mit der FAZ hat er zu einer Frage über sein Verhältnis zur Schönheit Tschaikowsky zitiert: Man darf doch wohl vom Publikum verlangen, dass es eine Reise mitmacht, in der es den unaufgehobenen Widerspruch zwischen Schmerz und Schönheit als einen möglichen Weg in die Wahrheit und Wahrhaftigkeit sieht. Weiter sagt er: Für mich ist Schönheit kein Verbrechen und kein Kitsch. Es ist nicht nur des Schrecklichen Anfang, wie Rilke schrieb, sondern Schönheit ist ein Seelenbedürfnis des Menschen. Und allein durch die Schönheit ist nicht alles Schreckliche so schrecklich, wie es sonst vielleicht aussieht. … Man muss den Menschen lieben, um ihn zu verstehen. Wenn das pathetisch klingt, na meinetwegen, aber da ist auch verdammt viel Kraft drin. Werner Schroeter ist eben selbst ein Kraftwerk der Gefühle.
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Die Sinnlichkeit. Dass man den Menschen als Körper nimmt und nicht als Gedanken. Die Sprache ist doch körperlich. Sie ist wie Pisse, das ist auch physisch. Alles ist Körper. Schauen Sie doch: Hier ist der Sprachkörper. Und jetzt ist er weg. (taz, April 2009)
Werner Schroeter (* 7. April 1945 in Georgenthal; 12. April 2010 in Kassel)
Danke!
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