Immer wieder gehe ich, um meinen Horizont zu erweitern, mit schöner Regelmäßigkeit in Tanztheaterproduktionen. Was läge da näher als eine Raumerkundung in der Volksbühne. Gab es dort doch immer wieder sehr interessante und gelungene Beiträge dieser Sparte. Der Beitrag von Wanda Golonka, über die man immer wieder vielversprechende Rezensionen in den Theaterfachblättern lesen konnte, heißt Rrungs!. Und es scheint, das dieser Abend bestrebt ist, mit genau diesem Geräusch irgendwann gegen die Bühnenwand zu fahren. Um es vorweg zu nehmen, ich habe mir dieses Ende erspart.
Der Bühnenraum wird durchschritten / erkundet, erst durch uns Besucher und dann immer wieder durch die Tänzer, nach vorn und hinten, mit wirren Verrenkungen, die an Gymnastiksendungen aus dem Fernsehen mit abgestelltem Ton erinnern. Es dürfte bekannt sein, das gerade Musik Räume öffnen, schaffen und ausfüllen kann. Wanda Golonka verzichtet weitgehend darauf und so bleibt der Raum in der Volksbühne merkwürdig leer, ja zum Teil verschließt er sich einem sogar regelrecht. Da hilft auch der Text nicht mehr, der ohne passende Bilder alleine ohne Bezug daneben steht. Gerade Heiner Müller mit seiner Bildbeschreibung kann einen ganzen Abend füllen, was Susanne Truckenbrodt 2003 in den Sophiensaelen bewiesen hat. Dieses Potential von Text wird hier in der Volksbühne schmerzlich verschenkt. Und so hat sich Wanda Golonka leider mit dieser Vorstellung in Berlin bis auf die Knochen ihrer Tänzer blamiert.
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