Eine Inszenierung von Jorinde Dröse in den Kammerspielen
Eine Gruppe von Leuten um die Dreißig bis Vierzig bei einem gemeinsamen Picknick im Wald, es ist Sommer und es knistert zwischen den einzelnen Personen und nicht nur im Unterholz des Waldes. Trotzdem kein Weltenbrand, nirgends. Das Stück will dennoch nicht nur bloße Behauptung sein, es ist einfach im ersten Teil willentlich banal. Es werden beim Picknick im Wald Allgemeinplätze belegt, die alle kennen und die man nicht näher erklären muss.
Dann wirft plötzlich der Brand alle Figuren auf sich selbst zurück. Hier entstehen sehr eindrückliche Bilder. Die Figuren in den Videoeinspielungen bekommen durch die Projektion auf die erst schön farblichen Blumenwaldtapeten, plötzlich in schwarz-weiß, wunde Gesichter wie mit Brandblasen gezeichnet. Hier ist der Text wirklich poetisch, auch in all seinen schlimmen Schilderungen des Infernos.
Doch ach, was passiert dann? Nach dem Brand fallen alle, bis auf den Künstler Oskar, wieder in den alten Trott der Banalität. Der einzige Mensch, der vorher gelebt hat, ist nun tot, und mit Miranda ihr Kind. Das Paul daran zerbricht ist noch erklärbar, aber was sagt uns das weiter so der anderen? Hat es diese Katastrophe für sie überhaupt gegeben, hätten sie ohne diese nicht genau so versagt? Ihr Leben ist schon vor dem Brand fest zementiert. Will uns Anja Hilling das als Lebensdrama schlechthin verkaufen? Der Künstler verarbeitet alles in einem Kunstwerk, na was sonst.
Hier haben wir sie wieder, die Dramatik der kleinen Anzeichen, deutlicher geht es nicht mehr. Schade. Über die Regie von Jorinde Dröse muss man da nicht mehr reden. Die eigentlich durchweg guten Schauspieler können einem nur noch leid tun.
Schreibe einen Kommentar